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Karlheinz Essl

Provokation


Ich halte vordergründige Provokation für ein künstlerisch untaugliches Mittel, wenngleich ich es aber sehr wohl begrüße, wenn ein Kunstwerk provoziert, Fragen aufwirft und verunsichert. Nur denke ich mir, daß der Impuls dazu aus dem Werk selbst zu kommen hat und nicht aus der bloßen Absicht, provozieren zu wollen. Ein solches Tun entlarvt sich rasch - sein Preis ist der Nimbus des Zeitgebundenen, des rasch Veralteten.

Eine merkwürdige Dialektik: oftmals provozieren gerade die Werke am meisten, die einzig einem radikalen künstlerischen Wollen entsprungen sind, wo ein so vordergründiger Aspekt wie Provokation keine Rolle spielen darf.


in: Kunstpunkt Nr. 14/1997, hrsg. von Erwin Ortner, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien (Wien 1997)



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Updated: 9 Aug 2008