P.H.E.M
Polisoidis - Hollinetz - Essl - Mütter


P.H.E.M - Polisoidis / Hollinetz / Essl / Mütter


Ein neues Improviations-Ensemble der besonderen Art: lustvolle und unerwartete Begnungen zwischen menschlicher Stimme/Posaune, Geigenklängen und elektronischen Sounds, aus denen der Klangkünstler Klaus Hollinetz eine sich im Raum bewegende Klangskulptur erschafft.

Bertl Mütter: trombone, voice, euphonium
Dimitrios Polisoidis: viola, violin, electronics
Karlheinz Essl: computer, electronics
Klaus Hollinetz: sound projection

Ihr Debüt gibt diesen neue Ensemble am Mo, 26.04.2004 im Linzer Brucknerhaus im Rahmen der von Karlheinz Essl kuratierten Konzertreihe AKZENTE.


Programm

Der Abend gliedert sich in 3 Teile. Jeder davon besteht aus einer Solo-Performance, einem Duo und einer Kollektiv-Improvisation. Damit werden alle Kombinationsmöglichkeiten der 3 Instrumente durchgespielt und ihr Potential ausgekundschaftet.

Trio I
Duo Polisoidis & Mütter
Solo Essl

Solo Polisoidis
Trio II
Duo Essl & Mütter

Duo Essl & Polisoidis
Solo Mütter
Trio III


Biographien

Dimitrios Polisoidis (Viola, Violine, Electronics) wurde 1961 in Thessaloniki, Griechenland geboren und studierte Geige und Bratsche. 1989 bis 1993 war er Solobratschist im Philharmonischen Orchester in Graz, seit 1993 ist er Mitglied des Solistenensembles Klangforum Wien, sowie dessen Streichquartetts (Tetras Streichquartett) und auch des Trios DAHINDEN KLEEB POLISOIDIS. Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit ist die neue Musik, er wirkt auch bei experimentellen Improvisationsgruppen, u.a. „Piknik mit Weisman“, „Vienna Loop Orchestra“, „Republic Electric“, „Krok Trio“ mit. Solistische Auftritte u. a. mit dem Orchester Tonhalle Zürich, orchestre des Pays de Savoie, RSO Wien, Chromata Orchester Athen führten Polisoidis zu den großen internationalen Festivals. Polisoidis hält Vorträge an der Musikuniversität in Graz, an der Musikuniversität Wien, an der Musikhochschule in Stuttgart in der Kompositionsklasse von Helmut Lachenmann sowie bei der Biennale Zagreb, über die Spieltechniken der Violine und Viola. 199k5/96 und 2001war er ünstlerischer Mitarbeiter im Institut für elektronische Musik der Musikhochschule Graz, 1998/99 erhielt er einen Lehrauftrag für Violine an der „Makedonia-Universität“, Thessaloniki.

Klaus Hollinetz (Klangprojektion): geboren 1959, lebt und arbeitet in Traun bei Linz. 1985 bis 1987 studierte er Elektroakustische Komposition an der Universität für Musik in Wien bei Dieter Kaufmann. Seit 1986 schrieb er diverse Elektroakustische Werke, machte Klanginstallationen und veröffentlichte CDs. 1992 bis 1996 übernahm er die Co-Leitung des Festivals Absolute Musik, 1992 bis 1994 die Leitung des Experimentalmusikstudios im OK Linz. Er war Gastkomponist und -Lektor am IEM in Graz und hat seit 2000 einen Lehrauftrag für Elektroakustische Komposition am Institut für Elektronische Musik an der Universität für Musik in Graz. Werkauswahl: Moravagine (1987), Purgatorium (1989), Diffraktion (1991), Seskara (1993), TIDE (1995, für acht Lautsprecher), Flammenzungen (1996, für sechzehn Lautsprecher), The Monolith (1997, zusammen mit Keith Goddard), Distant Horns (1997), Area (1999), Northern/Southern Territories (1999, für zwölf Lautsprecher), Walking Mind (2000, Klanginstallation), Carillion (2001, für zwölf Lautsprecher), Iconoclast (2001, für sechs Lautsprecher), :::Visitors::: (2001, Klanginstallation), Fundstücke (2002, für Flöte und Elektronik), Lowlands 1 (2002, für verstärkte Bassflöte und Elektronik), Lowlands 2 (2002, für zwölf Lautsprecher), Secret Gestures (2002, Klanginstallation für sechs Lautsprecher), Vissage (2003, zusammen mit Cordula Bösze, für Flöte und Elektronik)

Bertl Mütter (Posaune, Stimme, Euphonium): geboren 1965 in Steyr, wirkte und wirkt in zahlreichen Ensembles mit, darunter Timbre, Camerata Obscura, Cech Mütter, Mrs Bubble & Bones (Erika Stucky, Jon Sass), Haslinger-Mütter-Puntigam, Mütter-Essl-Polisoidis, Nouvelle Cuisine Big Band, Mütter-Fheodoroff, Heginger-Mütter, Franzobel Mütter, Franui (Frische Ware). Darüber hinaus widmet er sich der solistischen Arbeit zwischen Komposition und Improvisation, die sich auf vertraute und auch entferntere (nicht nur musikalische) Traditionen bezieht. Im Jahr 2002 erhielt Mütter das Staatsstipendium für Komponistinnen und Komponisten, 2003 das Anton Bruckner Stipendium. Bertl Mütter spielt auf einer Aurora-Posaune von Schagerl. Zuletzt realisierte Werke (Auswahl): einspielen. ausspielen für Baßklarinette, Horn, Violonocello und Sprecher/Puppenspieler (9/2003); weg. Fluchtmusik (4/2003); AEIOU für tiefes Quintett für das tiefe Quintett des Janus-Ensemble (Grabenfest der ÖBV, Wien, 06/2002); gehtschon [Hundert Takte und kein Befehl?], für Nouvelle Cuisine (Wien, 12/2001); walkabout, Soloperformance zur Aboriginal-Art-Ausstellung der Sammlung Essl, (Klosterneuburg,9/2001); Passagiere - Arnold Schönberg zum 50. Todestag , eine Live-Rauminstallation für 5 unsichtbar postierte Musiker, Dichter, Dandy und Soubrette (Kunsthalle Steyr, 9/2001)

Karlheinz Essl (Computer & Electronics): 1981-87 Studium an der Wiener Musikhochschule: Komposition (Friedrich Cerha), Elektro-Akustische Musik (Dieter Kaufmann), Kontrabass (Heinrich Schneikart). 1979-89 Studium an der Universität Wien: Musikwissenschaft und Kunstgeschichte. 1989 Promotion mit einer Dissertation über "Das Synthese-Denken bei Anton Webern". Zunächst Kontrabassist in verschiedenen Kammermusik- und Jazz-Ensembles. Auseinandersetzung mit mittelalterlicher Musik und deren Aufführungspraxis. Untersuchungen zur Formalisierbarkeit musikalischer Prozesse führen zur Entwicklung von Software-Environments für Algorithmische Komposition. Unterrichtet „Computer Aided Composition“ am Studio for Advanced Music and Media Technology (SAMT) der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. 1990-94 composer-in-residence bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. 1992/93 Performance-Projekt "Partikel-Bewegungen" mit Harald Naegeli, dem Sprayer von Zürich. 1992/93 Realisierung eines Kompositionsauftrags des IRCAM in Paris. 1997 Komponistenportrait bei den Salzburger Festspielen. 2003 artist-in-residence des Festivals "musik aktuell", 2004 Reihe mit Portraitkonzerten am Brucknerhaus Linz. Neben Instrumentalwerken und Kompositionen mit Live-Elektronik auch Realtime-Kompositionen, Improvisationskonzepte, Klanginstallationen, ortsbezogene Musik- und Raum-Performances sowie Internet-Projekte. Ständige Auftritte als Live-Performer mit seinem selbstentwickelten computer-basierten Meta-Instrument m@ze°2.


Presse


Oberösterreichische Nachrichten 28.04.2004

Echtzeit-Klangskulpturen

Dass Improvisation eine wichtige Funktion in der Ausdruckstiefe unserer Musik hat, und weit davon entfernt ist, anarchistisches Nichtskönnen zu vertuschen, bewiesen Dimitrios Polisoidis (Bratsche, Violine), Klaus Hollinetz (Klangprojektion) und Bertl Mütter (Posaune, Stimme, Euphonium), in Karheinz Essls AKZENTE-Reihe im Brucknerhaus.

Essl liebt Zahlenspiele und teilte jeden der drei Blöcke in je drei Solobeiträge, drei Duos in variabler Besetzung und drei klangvolle Trios, die den Rahmen für die Reise in einen unendlich vielfältigen Klangraum bildeten. So entwickelte sich das erste Duo zwischen Bratsche und Posaune zu einem filigran verschlungenen Dialog zweier fremder Klangsphären, der sich durch das feinnervige Reagieren der Protagonisten zu einem mitteilsamen, anregenden Diskurs wandelte. Essls Solo am Computer action rituelle operierte mit religiösen Musikpraktiken aus der ganzen Welt, die zu einem friedlichen Miteinander verschmolzen. Virtuos und mit orientalischen Elementen gespickt das Bratschensolo von Polisoidis, ebenso wie die den ganzen Körper unter Hochspannung zum Sprechen bringende Performance von Mütter ein Höhepunkt des Abends.

Hollinetz war der Meister der Klangregler, der die Klangbestandteile derart im Raum platzierte, dass tatsächlich lebendige Klangskulpturen entstanden.

Kronen Zeitung 28.04.2004

KRITIK IN KÜRZE

AKZENTE-Konzert im Linzer Brucknerhaus mit dem Ensemble P.H.E.M. Dahinter verbergen sich die Herren Polisoidis (Viola), Hollinetz (Klangprojektion), Essl (Computer, Electronics) und Mütter (Posaune, Stimme). Die Künstler spielen keine notierte Musik, sondern zeigen mit den Mitteln instrumentaler und elektronischer Geräuschtechnik echte Improvisationskunst. Etwa das auch verfremdeter, exotischer Folklore abgeleitete Bratschensolo; Essls aus einem monastischen Psalmton entwickeltes, quasi "unendliches" Rosenkranzgebet in einer in Räumliche umgesetzten Ewigkeitsvision; oder Mütters vielstimmige, mit Gesang, Gespräch und orgiastischem Gestöhn durchsetzte Posaunenartistik. Ein spannender Abend! (BS)

Neues Volksblatt 28.04.2004

Überraschende Hörerlebnisse

Der zweite Abend der im Brucknerhaus laufenden Montag-Konzertreihe mit Karlheinz Essl brachte nach der "Nacht des Schlagzeugs" nun ein Improvisationskonzert, das im Titel "P.H.E.M" die Namen der Akteure verriet: "P" Dimitrios Polisoidis zauberte Rhythmen und Tonspiele aus seiner Viola und Violine, "H" Klaus Hollinet schickte die Musik seiner drei Kollegen mit seinem Klangprojektor mit gut situierten Verstärkern durch den Raum; als elektronischer Klangerzeuger agierte "E" Karlheinz Essl auf seinem präparierten Computer und "M" Bertl Mütter stand als Posaunist und Euphoniumspieler mitten im Geschehen und versuchte mit Blas-, Klopf- und Stimmgeräuschen sowie intensiven Körperbewegungen in den Improvisationsablauf einzugreifen. So entstanden aus eigens gestalteten Zuständen und Momentsituationen außerordentlich fantasievolle Hörerlebnisse. (grub)


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Updated: 24 May 2004