Karlheinz Essl

7x7

Musical mobile for various instrumental quartets
2006-2009


Karlheinz Essl: Musical mobiles for various instrumental quartets (Martin Hufner)
in: Neue Musikzeitung, 4/2011

Komponieren ist doch so einfach. Man muss es nur machen. Wer, wie ich, unter erlahmender Kreativität leidet, freut sich umso mehr, wenn man ihn bei der Hand nimmt und mit ein bisschen Verführung zum Gestalten von Musik bringt. Essl hat hier ein musikalisches Spiel programmieren lassen, bei welchem man sich ein Klarinettenstück zusammenklicken kann (und es ist nicht von Jörg Widmann). Das klingt gut und überzeugt. Danach dürfte der eine vielleicht gelangweilt weitersurfen, während der andere fragt, was denn am Komponieren jetzt noch schwierig sei und der nächste eine ganze Nacht damit zubringt, aus einem 7x7 Felder großen Klangquadrat „seine“ Musik zu bauen. Wie sagt man bei Facebook: I like – Gefällt mir.


Wohl durchdachte Beliebigkeit (Matthias Wagner)
in: Kronen-Zeitung, 31.01.2010

"open music" gastierte im Grazer Forum Stadtpark mit einem durchwegs spannendem, insgesamt etwas überspannten zeitgenössischen Programm in außergewöhnlicher Besetzung. Das multinationale E-Gitarrenquartett ZWERM musizierte mit dem belgischen Komponisten und Elektroniker Stefan Prins. Es war hörbar gemachte, wohl durchdachte Beliebigkeit, ähnlich wie in Karlheinz Essls Musik-Mobile 7x7. Motive wurde nach einem ausgeklügelten System von einer Tabelle abgelesen, und jeder der vier Gitarren durchwanderte diese in ihrem eigenen Tempo. Hier taten sich Gestaltungsräume auf, die nachvollziehbare Interaktionen zuließen (...).


Bericht über das IGNM Musikfest (Ursula Strubinsky)
in: Zeitton, 07.01.2008

(...) Nicht Melancholie oder Verzweiflung, sondern eine ganz andere Triebfeder hat Karlheinz Essl beim Komponieren in den vergangenen Jahrn bewegt. Nämlich Musik zu erfinden, die keiner zeitlichen Begrenzung unterworfen ist. Sein Stück 7x7 aus dem Jahre 2006 zum Beispiel trägt in sich das Potential, unendlich lang gespielt zu werden. Der 47jährige hat so eine Version für Bassklarinette und Computer realisiert. Beim IGNM-Musikkfest kam allerding eine Fassung für vier Altsaxophone zur Aufführung, und diese hat - nicht zuletzt aus praktischen Gründen - einen Anfang und ein Ende.

Die Partitur von 7x7 besteht aus 7x7 Kästchen. In jedem Kästchen ist ein musikalisches Motiv notiert. Das kann ein Liegeton sein oder ein Melodiefragment. Es gibt auch Sforzati und diverse Triller. Jeder Spieler beginnt mit einem jeweils anderen Kästchen in den Eckpunkten der Partitur. Die Musiker setzen nacheinander ein und spielen in einer bestimmten Abfolge ein Kästchen nach dem anderen. Schließlich treffen sie sich alle gemeinsam im Kästchen im Mittelpunkt der Partitur und improvisieren über das vorgegebene Material. Auf ein gemeinsames Zeichen wird das Zentrum verlassen und spielend wieder die Kästchen am äußeren Rand der Partitur erreicht.

Am 6. Oktober 2007 brachte das Saxophonquartett 4saxess das Klangspiel 7x7 von Karlheinz Essl im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses zur Aufführung.



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Updated: 11 Nov 2015