Karlheinz Essl, Tanja Elisa Glinsner, Jakob Gruchmann-Bernau, Till Alexander Körber

TAU - Zeichen des Umbruchs

14 Sätze für Mezzosopran und Ensemble nach Bildern von Valentin Oman
2021



Gesamtkunstwerk Tanzenberg | Eine Uraufführung mit bitterem Unterton (Erwin Hirtenfelder)
in: Kleine Zeitung (24 Sep 2021)

Valentin Omans „Piraner Kreuzweg“ wurde von einem Komponisten-Quartett eindrucksvoll vertont, könnte der Tanzenberger Kirche aber schon bald abhanden kommen.

Dass bildende Kunst zu großen musikalischen Werken inspirieren vermag, wissen wir spätestens seit Modest Mussorgskys Klavierzyklus „Bilder eine Ausstellung“. Auf den Spuren des großen Russen wandelten zuletzt auch Karlheinz Essl, Tanja Elisa Glinsner, Jakob Gruchmann-Bernau und Till Alexander Körber, die in der Tanzenberger Seminarkirche ihre gemeinsame Komposition „TAU“ zur Uraufführung brachten. Als Ausgangspunkt diente ihnen Valentin Omans „Piraner Kreuzweg“, den der 85-jährige Künstler unter dem Eindruck des Jugoslawien-Krieges geschaffen hatte.

Seit 2008 werden die 14 großformatigen Bildtafeln mit ihrem zentralen TAU-Motiv – Symbol des Umbruchs und der Vollendung – in der Kirche von Tanzenberg aufbewahrt, wo Valentin Oman bereits in den 1980ern den Chor gestaltet hatte: mit zwei übereinander gemalten Prozessionen von menschlichen Figuren, die einem goldenen Altar entgegen schreiten. Im Gegensatz zu diesem Werk ist der „Piraner Kreuzweg“ lediglich eine Leihgabe mit Ablaufdatum. Nachdem es der ehemalige Diözesanbischof Alois Schwarz abgelehnt hatte, den Zyklus dauerhaft für Tanzenberg zu sichern, erwarb ihn vor einigen Jahren die österreichische Privatsammlung „zeitfrei“. Sie wird die 14 Acryl-Gemälde in einem neu geplanten Museum für zeitgenössische Kunst unterbringen.

Dauerhaft bewahrt wurde jedenfalls die von einem sechsköpfigen Ensemble absolvierte Uraufführung, der neben Valentin Oman auch Landeshauptmann Peter Kaiser und Diözesanbischof Josef Marketz beiwohnten. Ein filmischer Mitschnitt des Konzertes wird demnächst von Karlheinz Essl auf YouTube veröffentlicht. Für den 61-jährigen Wiener Musikprofessor war das gemeinschaftliche Komponieren ein ganz besonderes Erlebnis, das sich in Zeiten der Pandemie durchaus zur Nachahmung empfiehlt: „In Phasen des Umbruchs ist unsere Kreativität gefordert wie nie zuvor. Denn die Zeit des heroischen Einzelkampfes ist vorbei. Stattdessen sind Kooperationen gefordert, die von Offenheit und einem respektvollen Umgang miteinander geprägt sind“.


Glasba po motivih piranskega križevega pota Valentina Omana (mr)
in: Lippische Landes-Zeitung (26 Sep 2021)

V samostanski cerkvi na Plešivcu so v soboto, 18. septembra, premierno predstavili izjemen glas- beni projekt: TAU, znamenja preobrata. Nastale so skladbe, inspirirane po piranskem križevem potu. Elisabeth Möst, pobudnica in vodja projekta, je ob tem zapisala, da so časi krize že stoletja vedno zno- va spodbudili umetniške projekte, ki jih ne bi želeli pogrešati v naših koncertnih programih in razsta- vah. Na začetku 21. stoletja nas je doletela pande- mija, ki je pri mnogih ljudeh vzbudila nemoč. »Majh­ na skupina skladateljic in skladateljev, natančneje štirje, smo se septembra 2020 na mojo iniciativo srečali, da bi z našim projektom TAU podarili dari- lo upanja,« je želela Elisabeth Möst. V veselje ji je bilo, da je lahko občinstvo povabila v misterij piran­ skega križevega pota, ki je z uglasbitvijo 14 postnih slik Valentina Omana na poseben način postal živ s pomočjo šestih glasbenic in glasbenikov.

Till Alexander Körber, Tanja Elisa Glisner, Karl- heinz Essl in Jakob Gruchmann so si na začetku po- stavili vprašanje, katere instrumente naj vključijo. Odločili so se za flavto, klarinet, rog, akordeon in violončelo. Vsako od teh glasbil je iz druge 'družine', kar zagotavlja raznolikost. Tako glasben projekt kot križev pot Valentina Omana želijo ljudi v refleksiji in meditaciji spomniti na zmožnost sočustvovanja. Uvodne besede na Plešivcu sta imela krški škof Jože Marketz in deželni glavar Peter Kaiser.


Vier Komponisten und sechs Musiker vertonen Malerei von Valentin Oman (Barbara Luetgebrune)
in: Lippische Landes-Zeitung (19 Mar 2021)

Detmold/Kärnten. Aus Malerei wird Musik, und zwar in einem groß angelegten Projekt, das die in Detmold lebende Flötistin Dr. Elisabeth Möst initiiert hat. Für einen Beitrag zu einer aktuellen Ausschreibung der Kärntner Kulturstiftung (KKS) lässt sie 14 Bilder von Valentin Oman, einem Kärntner Künstler slowenischer Herkunft, vertonen und zur Aufführung bringen. Dafür hat sie ein vierköpfiges Komponisten-Team sowie sechs Musiker zusammengebracht.

Den Ausschlag zu dem Projekt habe tatsächlich die Ausschreibung gegeben, erzählt Elisabeth Moest. „Die Kärntner Kulturstiftung will damit ein positives Zeichen setzen in dieser Zeit, die gerade für Künstler und Kulturschaffende nicht einfach ist." „Umbrüche" heißt das Thema, eingereicht werden können Projekte, die mit Kärnten zu tun haben, die das Zeug haben, die Region bekannter zu machen und die nachhaltig sind. Die Idee, Kunst und Musik zusammenzuführen, kommt von Elisabeth Möst. „Ich arbeite generell gern spartenübergreifend", sagt die Flötistin.

Auf die 14 Kreuz(weg)bilder von Valentin Oman, die in der Schlosskirche Tanzenberg hängen, ist sie bei einer Recherche im Netz gestoßen. „Im slowenischen Piran wurde er mit dem Balkankrieg konfrontiert. Es war September 1991, als der Krieg vor den Toren dieser beschaulichen Hafenstadt tobte", sagt Elisabeth Möst. „Diese schrecklichen Erlebnisse bringt der Künstler malerisch zum Ausdruck, die klassischste Leidensgeschichte schlechthin, ein Kreuzweg."

Chaos, Blut und Gewalt finden sich auf den ersten 13 Bildern, erst auf der letzten, der 14., Tafel wird der Umbruch von Krieg zum Frieden dargestellt. „Ein TAU, gänzlich in Blau gehalten, das für die wiedergefundene Ruhe steht. Die Qualen sind vorbei", sagt Elisabeth Möst – und erläutert: „TAU ist der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet und steht für das Endgültige. So mancher sieht es als Segenszeichen."

Uraufführung am 18. September

Das Projekt sieht vor, die Vertonung der 14 Tafeln am 18. September 2021 – genau 30 Jahre nach den Kriegserlebnissen Valentin Omans – in der Schlosskirche Tanzenberg, wo die Originale hängen, zur Uraufführung zu bringen, in Anwesenheit des Malers. Außerdem soll es eine Aufzeichnung geben, die über YouTube abrufbar ist – und die Komposition soll auch bei spirituell-musikalischen Festivals zu erleben sein, geplant sind Aufführungen in Österreich, aber auch in Paderborn. Bei diesen Gelegenheiten werden die Bilder von Valentin Oman in digitaler Form präsentiert. „Auf diese Weise wollen wir das Kriterium der Nachhaltigkeit gewährleisten", erklärt die Flötistin und Projektleiterin. Sechs Instrumente kommen bei den Aufführungen in den unterschiedlichsten Formationen vom Solo bis zum Sextett zum Einsatz: Flöte, Klarinette, Horn, Gesang, Cello und Akkordeon.

Aber zunächst entstehen die Vertonungen der 14 Bilder erst einmal. Dazu hat Elisabeth vier Komponisten und Komponistinnen zwischen 25 und 60 Jahre ins Boot geholt. Till Alexander Körber, Jakob Gruchmann-Bernau, Tanja Elisa Glinsner und Karlheinz Essl steuern jeweils drei Vertonungen zu dem Projekt „TAU – Klingende Zeichen des Umbruchs" bei. Das erste und das letzte Bild vertonen alle vier gemeinsam – der dazu notwendige Austausch erfolgt über Zoom-Calls. Das funktioniere gut, berichtet die Projektleiterin.



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Updated: 21 Nov 2021

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