Karlheinz Essl

Amazing Maze

interactive realtime composition for sample sound particles and optional live-performer(s)
1996-2007



Music on the Web (Fernando Iazzetta, Fabio Kon)
in: Downloading Musical Signs (1998)

Another pioneer work was developed by Karlheinz Essl. The composer has created a collection of objects for the MAX environment called Real Time Composition Library. Using this system he has been creating interactive compositions that can be distributed over the Internet. Among these works are the Lexikon-Sonate and Amazing Maze.

The latter is an interactive algorithmic composition that can be manipulated in real time. What is remarkable is that the program which generates Amazing Maze also contains the sounds used in the piece. These sounds have been digitally recorded by the composer himself from real instruments. The realization of the piece can be automatic or controlled byAnother pioneer work was developed by Karlheinz Essl. The composer has created a collection of objects for the MAX environment called Real Time Composition Library. Using this system he has been creating interactive compositions that can be distributed over the Internet. Among these works are the Lexikon-Sonate and Amazing Maze. The latter is an interactive algorithmic composition that can be manipulated in real time. What is remarkable is that the program which generates Amazing Maze also contains the sounds used in the piece. These sounds have been digitally recorded by the composer himself from real instruments. The realization of the piece can be automatic or controlled by the user. Works of this kind are pointing out to new ways of music production and distribution which are directly related to the expansion of the Internet.



Die Poesie des Augenblicks (Reinhard Kager)
in: Neue Zeitschrift für Musik 2/98 (Mainz 1998)

Karlheinz Essl strahlt übers ganze Gesicht. Solch überwältigende Reaktionen rief wohl kaum eine seiner Kompositionen je hervor: Hunderte Telephonanrufer meldeten sich im Österreichischen Rundfunk (ORF), über achtzig Zuhörer reagierten sogar übers Internet. Es war jedoch keine Welle von Beschwerden, die über Essls Live-Performance hereinschwappte, die Publikumsreaktionen signalisierten vielmehr eine neue Lust am Spiel: Amazing Maze, ursprünglich als hermetische elektronische Klanginstallation konzipiert, sodann zu einer interaktiven Performance zwischen Violoncello und Computer ausgearbeitet (1996), erfordert in seiner vorläufig letzten, im Herbst 1997 im Sendesaal des ORF uraufgeführten Version nämlich die Mitwirkung des Publikums.

Durch Klicken eines Buttons auf der Homepage Essls im Internet oder durch den simplen Aufruf des ORF-Kunstradios, das Amazing Maze live ausstrahlte, wurde das von sieben Musikern realisierte Improvisations-Environment beeinflußt: Jeder Anruf löste einen zufallsgesteuerten Algorithmus aus, der darüber entschied, welche der sieben Musiker nun zusammenspielen würden. Musiker - und dies beeinflußte die überraschenden Klangkonstellationen dieser rund zweistündigen Performance zusätzlich -, die aus ganz unterschiedlichen musikalischen Kontexten stammen: dem Jazz, der Folkmusic, der Improvisationsszene:

David Ender: gusla, hurdy-gurdy, rebec, endophon, shortwaves
Helmut Neugebauer: flute, saxophone & live-electronics
Elisabeth Flunger: percussions
Peter Panay: E-guitar & bouzouki
Mary Oliver: violin, viola & voice
Richard Barrett: sampler
Karlheinz Essl: computer, computer-controlled piano, computer speech & CD-Players

Essl selbst steuerte - wenn die Wahl des Zufalls auf ihn fiel - die Improvisation vom Computer aus, der lose elektronische Sound-Patterns vorgab, an denen die Musiker einen Orientierungsfaden durch diesen "wunderbaren Irrgarten" fanden, wie Amazing Maze wörtlich übersetzt lautet.

Mit dieser feinsinnigen Improvisation näherte sich Karlheinz Essl einen weiteren Schritt seiner langgehegten Vision von einer "Musik, die sich im Augenblick ihres Erklingens wie von selbst (autopoëtisch) komponiert und nicht bloß Realisatio eines vorgefertigten Textes ist. Eine Musik, die auf äußere Einflüsse zu reagieren vermag und in ihrer zeitlichen Ausdehnung potentiell unendlich ist, ohne sich je zu wiederholen." Eine Musik, die in der Tat voller Überraschungen, voller vielfach verschlungener und doch miteinander verknüpfter Wege steckt und in ihrer Spontaneität ein wenig an die Improvisationen der Free-Jazz-Ära erinnert, ohne jedoch blind deren anarchischen Kraft zu vertrauen, sondern vielmehr der sich konzeptionell erschließenden Poesie des Augenblicks.



Der Computer als Inspirationsquelle für Komponisten (Georg Hajdu)
in: Mathematische Musik - musikalische Mathematik, hrsg. Bernd Enders (PFAU-Verlag: Saarbrücken 2005)

In Europa hat sich der österreichische Komponist Karlheinz Essl (* 1960) als einer der ersten einen Namen als Komponist interaktiver und web-gestützter Kompositionen gemacht. Er trug nach seinem Studium an der Wiener Musikhochschule zum „Projekt 3“ von Gottfried Michael Koenig bei, eine Arbeit, die in die „Real- time Composition Library“ für Max-Programmierung und in die „Lexikon-Sonate“ (1992-98) mündete. Das Internet setzte er erstmalig bei der Realisation seines Stücks „Amazing Maze“ (1996) ein.

Essl schreibt dazu:

Eine Ensembleversion dieses Stückes wurde dann am 18.09.1997 als interaktives Internet-Konzert (...) gesendet, und zugleich auch per RealAudio gestreamt. Die HörerInnen hatten diesmal die Möglichkeit, via WebInterface einen „change bang“ (in der Max-Terminologie) abzusetzen. Dieser wurde von einem Max- Programm ausgewertet, das mittels Zufallsoperationen entschied, welcher der Musiker ein- bzw. ausgeschaltet wurde. Dies wurde mittels Scheinwerfer (die über ein CRESTON Interface angesteuert wurden) kommuniziert: auf jeden der MusikerInnen war ein Scheinwerfer gerichtet. Sobald dieser aufleuchtete, improvisierte der Musiker, sobald er erlosch, verstummte auch das Spiel. Dadurch ergaben sich sich permanent ändernde Kombinationen der verschiedenen MusikerInnen, wobei durch einen „change bang“ immer nur ein Zustand (also ein Scheinwerfer = Musiker) ein- bzw. ausgeschaltet wurde. Durch die Aktionen der WebUser entstand der unvorhersehbare Prozess des Stückes.



Amazing Maze (soundman)
in: MacUpdate - 15 Jan 2007

Great little app. I am an e-musician and if you really get into that scene, you see that it is all dominated by the 'tyranny of the groove'. So much crap in 4/4 time, loop-a-dupe... It's just really refreshing to hear the intelligent chaos this software produces. I feel my sonic pallette cleansed. And to be able to have a hand in controlling the unpredictable results! Yeah, I'll throw out a web of unpenetrable, post-GarageBand soniphrabletonica!





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Updated: 6 May 2007