Karlheinz Essl

imagination

Soundtrack für ein Papiertheaterstück von Ulrich Chmel
2015


Papiertheater - eine wiederentdeckte Form des Theaters (Günther Konecny)
in: Prospect. Magazin der OETHG für Bühnen- und Veranstaltungstechnik, 1/2016

Ulrich Chmel ist aber auch dem modernen Theater verhaftet. So brachte er beispielsweise im Juni 2015 nach einem Jahr intensiver Arbeit sein erstes absurdes Stück „Imagination“ vor einer Gruppe von Künstlern und sehr interessierten Freunden zur Uraufführung. Die sechs Episoden mit Bildern von Spoerri, Niki de St. Phalle, Magreiter, Magritte, Mondrian und Katz erhielten durch die Auftragskomposition von Karlheinz Essl den entsprechenden Rahmen. Mit diesem Stück ist der Beweis gelungen, dass Papiertheater keine ausschließliche Form des 19. Jahrhunderts sein muss. Viele nachfolgende Vorstellungen, davon auch anlässlich der 200-Jahr-Feier der Technischen Universität Wien, haben das Gelingen dieses Beweises erhärtet. „Die Komposition von Karlheinz Essl und die Bilder sind zu einer Einheit geworden, die sämtliche interessierten Besucher hineinzieht! "Imagination" ist ein abstraktes, höchst künstlerisches technisches Meisterwerk“, so die Gäste der Uraufführung.


Salontheater aus Papier (Sabine Herdery)
in: „In den eigenen vier Wänden“. Papiertheater – eine bürgerliche Liebhaberei. Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum, Wien, 3/2017

„Imagination“ ist experimentelles Theater, das mit ikonischen Werken der modernen Kunst spielt. Es könnte auch „Metamorphosen“ betitelt sein, denn das ist es, was hier präsentiert wird. Mal erkundet ein Lichtstrahl ein Bild, dann lösen sich Bildelemente voneinander, um eine verborgene Bildebene freizulegen. Ulrich Chmel verrät uns, was Henri Magritte unter der schwarzen Melone versteckt hat und was mit einem Bild geschieht, wenn der titelgebende „Black Hat“ eine andere Farbe annimmt. Eine Spoerri-Installation verwandelt sich in einen Scherbenhaufen und Niki de Saint Phalles rote „Nana“ tanzt selbstvergessen über die Bühne. Zusammengehalten werden die einzelnen Szenen durch einen Conferencier, der an Kandinskys Entwürfe zu den „Bildern einer Ausstellung“ erinnert. Diese Figur darf als Hommage an Frits Grimmelikhuizen verstanden werden, von dem sich Ulrich Chmel, neben Daniel Spoerri, Barbara Räderscheidt und dem „Schwarzen Theater“ zu diesem Stück inspirieren ließ Die meditative Begleitmusik, die zwischen den Szenen mit lautem Ticken das unerbittliche Verrinnen der Zeit verdeutlicht, wurde von Elektronikmusiker Karlheinz Essl komponiert und eingespielt und trug dazu bei, die Zuschauer für 40 min 20 sec in eine Welt des Phantastischen zu entführen. Wunderschön – auch wenn ich mir (weit hinten sitzend) hier und da ein bisschen mehr Licht gewünscht hätte!



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Updated: 6 Mar 2017