Karlheinz Essl

In's Offene!

for flute, clarinet, violin and cello
2012



Konzerte im Februar (Edwin Baumgartner)
in: Österreichische Musikzeitschrift 4/92 (Wien 1992)

Den gewichtigen Schlußpunkt der Februar-Ereignisse bildete ein Abend im für Konzert-Anlässe auch dank seines künstlerisch-architektonischen Ambientes überaus geeigneten SCHÖMER-HAUS in Klosterneuburg am 28.2. Mit der österreichischen Uraufführung von Karlheinz Essl's Ensemblestück In's Offene! konnten man ein aufs Wesentliche konzentriertes, überzeugendes Werk hören: Violine, Cello, Flöte und Klarinette entwickeln - von einer Athmosphäre der Ruhe ausgehend und sich zum Schluß hin wieder zurücknehmend - intensives Aufeinander-Hören und -Reagieren, setzen Impulse, bauen Bezüge auf. Dieses "Erproben von Möglichkeiten der gemeinsamen Seinsweise" ist in Bezug zur Absage an "vorgeformte Denkraster" auch im Konnex zum Titel "In's Offene!" zu verstehen und nachzuvollziehen, durch Wolfgang Fuhrmanns Text im Programmheft unterstrichen.



Neue Komposition aus Wien (N.N.)
in: Münsterer Zeitung (Münster, 19.1.1994)

"Was will uns der Künstler damit sagen?" Eine äußerst vertrackte Frage, die nicht selten Achselzucken und ratlose Mienen bewirkt. Den Meister selbst hat längst das Zeitliche gesegnet, das zu Rate gezogene Lexikon gibt nur ungenügend Auskunft überMotivation und Intention des Schöpers.

Da haben es die Mitglieder des jungen Ensembles für Neue Musik, "Compania", eindeutig besser. Den bei den Proben für ihr Sonderkonzert am 20. Januar konnten sie den Wiener Komponisten Karlheinz Essl, dessen Werk In's Offene! unter anderem auf dem Programm steht, direkt befragen.

Für Diskussionsstoff dürfte schon der Titel der Komposition für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello gesorgt haben. Gleich drei verschiedene Aspekte kann der Meister, eigens aus der Donaumetropole angereist, zur Erklärung anbieten: "Das Stück entstand kurz nach der Geburt meines ersten Sohnes. Danach habe ich angefangen, ganz anders zu komponieren, denn auch mein Leben hat sich auf einmal ganz anders gestaltet. Die ungebundene, noch nicht festgelegte Lebensperspektive dieses neugeborenen Menschen hat mich stark beschäftigt und spiegelt sich in meinen Werken wider". Aber auch gleichlautende Zitate von Adorno und Hölderlin beinhalte der Titel.

Der Name des Stücks ist jedoch das Einzige, was unumstößlich feststeht. Ansonsten funktioniert nämlich die Zusammenarbeit zwischen "Compania" und Essl nach dem Prinzip der gegenseitigen Anregungen, der kreativen Auseinandersetzung: Ich sehe die Komposition als Prozeß, an dem beide, Komponist und Instrumentalisten, noch arbeiten".



Hohes Pfeifen, kleine Ambosse (Gregor Schmitz-Stevens)
Zeitgenössische Musik aus Berlin und Österreich im Podewil in: Der Tagesspiegel (Berlin, 1.10.1997)

Das Podewil-Festival "überGrenzen" führt neue Kunst aus Berlin und Österreich zusammen. Nicht eine bloße Präsentation ist die Idee des Veranstalters, sondern produktive Begegnung, gemeinsames Arbeiten. So spielte das "Ensemble UnitedBerlin" vier Stücke von österreichischen Komponisten, die die Musiker in den vergangenen Tagen gemeinsam erarbeitet hatten.

(...) Solche Klänge - leises Klopfen, Flatterzunge, Bogen-, Atem- und Klappengeräusche - bevorzugt auch Karlheinz Essl in seinem Stück "In's Offene!" Die vier Stimmen (Flöte, Klarinette, Geige und Cello) versuchen gegen- und miteinander Identität auszuformen; doch das Ende bleibt offen. Konzentriert trugen die Mitglieder des "Ensembles UnitedBerlin" diese Komposition vor.



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Updated: 22 Dec 2012