Karlheinz Essl

World-Wide Webern

Commemorating the 70th Anniversary of Anton Webern's Death
15 September 2015


Gedenken zum 70.Todestag von Anton Webern (Jörg Duit)
in: Ö1 Pasticcio (18 Sep 2015)

Die Ö1-Schwerpunktwoche zum 70. Todestag von Anton Webern geht zu Ende. (...) Einen sehr feinsinnigen Beitrag zum Anlass der auch bei Gedanken an die Umstände des Todes von Webern - ob man nun will oder nicht - immer wieder Beklommenheit auslöst - hat der Komponist Karlheinz Essl gemacht. Vor ungefähr drei Wochen hat er - mit gebührender Vorlaufzeit also - seine kompositorische Auseinandersetzung mit der Erinnerung an Webern verschickt, per E-Mail. Im Posteingang war ein 5-stündiges Musikfile und eine Anleitung dazu. Wann immer man wolle, aber möglichst zur vollen, viertel, halben oder dreiviertel Stunde solle man am 15. September - dem Webern'schen Todestag - dieses File starten und dann einfach laufen lassen.

Erstaunlicherweise hat diese kompositorische Begleitung Essls den Tag auf sehr unerwartete Weise positiv geprägt. Keine Rede von Zwangsbeglückung oder gar Störung bei den vielen Dingen, die man vielleicht ohnehin an diesem Tag zu tun hatte. Vielmehr: alle 15 Minuten ein Innehalten, ein In-Sich-Hineinschauen, ein lächelnd-meditatives Verweilen. Denn es erklangen Glocken.

Das WebernUhrWerk von Karlheinz Essl konnte am Dienstag, dem Todestag von Webern, jederzeit am Computer gestartet werden. Eine Hommage von Komponist zu Komponist sozusagen. Karlheinz Essl, der sich zeitlebens intensiv mit Webern auseinandergesetzt hat und dies immer noch tut, hat als Rohmaterial von WebernUhrWerk die Zwölftonreihe verwendet, die auch Webern als Basis für seine letzte unvollendete Komposition diente und diese einem algorithmischen Programm unterzogen, kurzgesagt.



Anton Webern 70 jaar geleden doodgeschoten. Webern herdacht met carillonmuziek (Thea Derks)
in: CULTURPERS (16 Sep 2015)

Om de dood van Webern te herdenken, ontwierp de Oostenrijkse componist Karlheinz Essl zijn WebernUhrWerk. Deze klankinstallatie voor carillon genereert elk kwartier een korte melodie, die is gebaseerd op de twaaltoonsreeks uit Weberns laatste, nooit uitgevoerde compositie. Die thema's zouden op zijn sterfdag wereldwijd tot klinken komen en voor wie niet direct een carillon voorhanden had, stelde Essl een opname van vijf uur beschikbaar als download. 'Wie deze afspeelt op een computer, smartphone of tablet en een luidspreker in het raam plaatst, kan zijn omgeving verblijden met dit virtuele klokkenspel ter ere van Anton Webern’, lezen we op zijn website.

Een flink aantal landen pakte de handschoen op. Mittersil, het plaatsje waar Webern zeventig jaar geleden dodelijk werd getroffen, plaatste simpelweg een luidspreker in het venster van het stadhuis. In Malmö improviseerden een violist en gitarist een dag lang op de elk kwartier opklinkende thema’s en in de Universiteit van Montréal improviseerde de componist Sandeep Bhagwati twaalf uur lang, terwijl hij sprak met willekeurige bezoekers over ‘alles van twaalftoonsmuziek tot militaire bezetting’. In Nederland wijdde het Rotterdamse collectief Worm een dag aan dit project.

Ik had ook zelf de software geïnstalleerd en afgespeeld. Op deze day after ga ik opnieuw luisteren naar een van de willekeurig gegenereerde carillonthema’s. Van Webern krijg je immers nooit genoeg. En wie weet, laat ik ook vandaag mijn buren wel weer meegenieten.



Internationales Mitmach-Projekt zu Anton Weberns 70. Todestag (Nicolas Tribes)
in: WDR 3 TonArt (10 Sep 2015)

Am 15. September 1945 wurde Anton Webern beim Rauchen vor der Haustür versehentlich von einem amerikanischen Soldaten erschossen. 70 Jahre später erinnert der Komponist Karlheinz Essl mit einer internationalen Klanginstallation an den österreichischen Komponisten.

Den ganzen Tag lang soll am 15. September überall auf der Welt jede Viertelstunde ein Läuten zu hören sein, gespielt von tausenden Computern überall auf der Welt. Dieses Läuten ist Teil von Karlheinz Essls Sound-Installation WebernUhrWerk, das auf Weberns letztem, unvollendetem Werk beruht.

Was Karlheinz Essl zu diesem Projekt bewegt hat und wie leicht es ist daran mitzuwirken, verrät er in WDR 3 TonArt.



Anton Webern und Karlheinz Essl = World Wide Webern. (Nadja Kayali)
in: Ö1 Pasticcio (9 Sep 2015)

Vor 70 Jahren - am 15. September 1945 - ist auf tragische Weise der Komponist Anton von Webern zu Tode gekommen. Es war Abend. Eigentlich wollte er nur vor dem Haus rauchen, während drinnen amerikanische Soldaten seinen Schwiegersohn unter die Lupe nahmen. Als sich Webern seine Zigarre anzündete, eröffnete einer der Soldaten das Feuer und hat Webern in vermeintlicher Notwehr erschossen. Der Komponist Karlheinz Essl hat für den 70. Todestag Weberns ein weltweites Gedenkprojekt ins Leben gerufen: World-Wide Webern. Dafür hat Karlheinz Essl eine Glockenmelodie geschrieben, basierend auf Weberns letzter Zwölftonreihe. Diese Melodie soll an Weberns Todestag nächsten Dienstag jede Viertelstunde ertönen - und zwar an möglichst vielen Orten weltweit.

Die Klanginstallation WebernUhrWerk von Karlheinz Essl ist konzipiert worden für ein möglichst breites Gedenken an Anton Webern, zu dem wir alle aufgerufen sind. Karlheinz Essl schlägt dazu vor, Lautsprecher ins Fenster zu stellen, die Software zum WebernUhrWerk herunterzuladen und die Umgebung zu Ehren Webern an seinem Todestag nächsten Dienstag zu beschallen. Den Link dazu finden Sie auf unserer Homepage.



Glocken zum Gedenken an einen sinnlosen Tod (Wilhelm Sinkovicz)
in: DIE PRESSE (8 Sep 2015)

Wer kommende Woche einen bedeutenden Meister der Moderne ehren möchte, sollte einen Download starten.
Am Dienstag kommender Woche klingeln die Glockenspiele in aller Welt vielleicht "zwölftönig"

Am 15. September 1945 tritt Anton von Webern, vor den russischen Besatzern in den Westen geflüchtet, vor sein Quartier in Mittersill, um sich gemütlich eine Zigarette anzuzünden. Ein amerikanischer Soldat, der gerade patrouilliert, ruft ihm zu, er möge stehen bleiben. Doch Webern versteht kein Englisch. Als das Zündholz aufflammt, ertönt ein Schuss: Dem vermeintlichen Notwehrakt fällt einer der friedfertigsten Künstler zum Opfer.

Einer, dessen Werk auf die Musikgeschichte der Jahrzehnte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg eminent prägenden Einfluss gewinnen sollte. Die Webern'sche Anverwandlung der Zwölftonmethode seines Lehrers Arnold Schönberg wurde zur Grundlage der musikalischen Avantgarde der Fünfziger- und Sechzigerjahre, die jeden Parameter der Musik einer zahlenmäßig erfassbaren Logik unterwarf – und die Kürze und Prägnanz der Aussage von Weberns Kompositionen zum Menetekel einer neuen musikalischen Ausdrucksform erhob.

Nicht zuletzt diese Beschlagnahme Weberns durch dessen selbst ernannte Erben hat den Blick auf das Wesen von Weberns Kunst getrübt, wo nicht vollkommen verstellt. „Schwelgt in Klängen, dann tut ihr recht, Dirigenten“, verkündete der Meister als Vortragsdogma für seine Musik. Das steht quer zur Doktrin von einer vollkommen mathematisch beherrschten, unsinnlichen Klangwelt.

Webern selbst war das, was man einen Naturburschen nennen darf. Er liebte die Berge und war, was seine Biografen gern ausblenden, glühender Deutschnationaler. Das scheint nicht recht zur Realität zu passen, in der sich Webern nach 1938 vorfand: Seine Musik galt im NS-Staat als „entartet“, durfte nicht gespielt werden.

Dass Webern sich dennoch in seiner politischen Überzeugung nicht irre machen ließ, gehört zu den rätselhaften Fakten und wäre ein Fall für die Psychologie. Ein diesbezügliches Zerwürfnis mit dem längst in die USA emigrierten Arnold Schönberg, der dem Schüler sein Violinkonzert zueignete, ließ sich nur mit Mühe kitten.

An der musikhistorischen Bedeutung von Weberns radikaler Kunst, Musik am Rand des Verstummens zu schreiben, die Sensibilität von Spielern und Hörern aufs Äußerste zu verfeinern, ändert das nichts. Er gehört zu den unverwechselbaren, einzigartigen Typen der europäischen Geistesgeschichte. Unter dem Motto World-Wide Webern hat der Wiener Komponist Karlheinz Essl eine Aktion ins Leben gerufen, die am 15. September die ganze Welt in ein Webern-Kabinett verwandeln könnte: Alle Viertelstunden ertönt eine Webern'sche Zwölftonreihe als Glockensignal. Je mehr Menschen sie im Internet (www.essl.at) abrufen, umso intensiver wird das Geläute zum Gedenken an den Todestag eines Großmeisters.



World-Wide Webern (Doris Weberberger)
in: MUSIC AUSTRIA MUSIKMAGAZIN – Neues vom österreichischen Musikgeschehen (4 Sep 2015)

Am 15. September jährt sich der Todestag von ANTON WEBERN zum 70. Male. An diesem Tag wurde der Komponist, der vor der Roten Armee nach Mittersill geflüchtet war, von einem amerikanischen Soldaten in vermeintlicher Notwehr erschossen.

Zur Erinnerung an diesen tragischen Vorfall hat KARLHEINZ ESSL eine Aktion ins Leben gerufen: Am heurigen 15. September soll an verschiedenen Orten seine generative Klanginstallation WebernUhrWerk laufen: Jede Viertelstunde ertönt eine kurze Glockenmelodie, die aus der Zwölftonreihe von Weberns letzter, aber nicht ausgeführten Komposition abgeleitet ist.

Jeder ist herzlich eingeladen, mitzumachen! Dazu kann man sich auf der Website von Karlheinz-Essl eine Software herunterladen. Wer möchte, kann einen Lautsprecher ins Fenster stellen und seine Umgebung damit beschallen - als virtuelles Glockenspiel, zu Ehren Anton Weberns.



Webern/Essl klingelt anders (Martin Hufner)
in: Auf dem Sperrsitz. Das Blog der Neuen Musikzeitung (21 Aug 2015)

An Webern gedacht hat der Österreichische Komponist und Tüftler Karlheinz Essl. Seine neueste Version von WebernUhrWerk steht bereit zum Download. An einer neueren Version für Windows wird angeblich gearbeitet. Schöne Sache. Für Weberns Todestag hat Essl übrigens eigens eine musikalische Aktion geplant. Darüber bald mehr.



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Updated: 24 Sep 2015