Karlheinz Essl

Portrait KHE

Constantia

for chamber orchestra
2019

Dedicated to my father



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© 2019 by Karlheinz Essl


Das Kammerorchesterwerk Constantia enstand zwischen März und April 2019 als Kommentar zu dem Jesuitendrama Mulier fortis (Eine starke Frau), das 1698 im Beisein der kaiserlichen Familie in Wien uraufgeführt wurde. Hier wird die Geschichte der japanischen Fürstin Gracia Hosokawa (1563-1600) erzählt, die heimlich zum christlichen Glauben übergetreten ist. Als dies bekannt wurde, ließ sie ihr eigener Ehemann bestialisch ermorden. Bis zum heutigen Tag wird diese "starke Frau" als Märtyerin auch in Japan verehrt.

Dieses barocke Drama wird von einer Vielzahl allegorischer Figuren bevölkert: Zorn (furor) und Grimm (crudelitas), Unruhe (inquietudo) und Drangsal (adversitas), Belohnung (praemium) und Beständigkeit (constantia). Letztere verkörpert die Kardinaltugend jener heldenhaften starken Frau und wurde zur Namensgeberin meiner Komposition. Der Ton G, der beständig das Werk durchpulst, verweist auf den Namen Gracia und fungiert als harmonisches Zentrum, das immer wieder gestört wird, aber bis zum Schluss ungebrochen weiterklingt, auch über den Tod hinaus.

Die Uraufführung findet am 21. November 2019 in Kyoto (Japan) statt im Rahmen einer konzertanten Aufführung des Jesuitendramas mit der Musik von Johann Bernhard Staudt (1654-1712), gespielt vom Collegium musicum unter der Leitung von Ingomar Rainer. Constantia schließt unmittelbar an den Chorus primus an, einer dreistrophigen Arie der Constantia, die mit dem Siegesruf: "Victor in illis animus est!" endet.


Inhalt

mulier-fortis-titel

Mulier fortis - Titelblatt des Erstdrucks
Wien 1698


„Gratia, eine also in dem heiligen Tauff benannte Königin deß Reichs Tango in Japonien / Ehe=Gemahlin deß Königs Jacundoni, tratte in Abwesenheit ihres Ehe=Herrn zum Christenthumb / worinnen sie auch ihre 4. Reichs=Erben unterwisen hatte. Wird bey Zurückkehr Jacundoni auß dem Krieg / als eine Christin angegeben / übel empfangen / und mit Bedrohungen deß Todts zu unterschiedlichen mahlen / wiederumb zum Götzen=Opffer / aber umbsonst beruffen. Biß sie endlich / auch in Schlägen und Geißlung / vom Christlichen Glauben unbeweglich / mit viel Müheseeligkeiten / und Trangsaalen gebrochen / ihre standhaffte Seel Anno 1590. im Monath Augusto, dem Himmel überschicket. Nach ihrem Todt / triebe die Nachreue / und das nagende Gewissen den Wütterich Jacundonum in unterschiedliche Gemüths=Regungen / und machte auß dem Tyrannen / einen grossen Lobsprecher seiner verstorbenen Königin.


Besetzung

2 Trompeten in C
1 Fagott
4 Violini primi
3 Violini secundi
2 Viole
1 Violoncello


Score

Here you can download the full score for free. Please note that this composition is protected by copyright.


constantia_1-2

CONSTANTIA (2019) for baroque orchestra, page 1-2
© 2019 by Karlheinz Essl


constantia_8-9

CONSTANTIA (2019) for baroque orchestra, page 8-9
© 2019 by Karlheinz Essl


constantia_12-13

CONSTANTIA (2019) for baroque orchestra, page 12-13
© 2019 by Karlheinz Essl


constantia_23-24

CONSTANTIA (2019) for baroque orchestra, page 20-21
© 2019 by Karlheinz Essl



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Updated: 4 April 2019

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