Karlheinz Essl

Portrait KHE

Orgue de Cologne

tape music
1986


Basics | Performances | Literature


Orgue de Cologne (1986) - electronic music [1:47]
Produced by Karlheinz Essl at the Institute for Electro-Acoustic Music
University of Music and Performing Arts, Vienna


Ausgangspunkt: "Vergangenheitsbewältigung" der seriellen Blüte in den 50er Jahren am WDR Studio in Köln. Diese Auseinandersetzung begann während meines Aufenthalts am Instituut voor Sonologie der Rijksuniversiteit Utrecht im Dezember 1985, wo ich mir im dortigen Schallarchiv diese Zeit eingehendst vor Ohren führen konnte.

Diese Komposition arbeitet handwerklich mit den selben primitiven Mitteln wie zu Beginn der Elektronischen Musik und hat ihren kompositorischen Ausgangspunkt in den seriellen Praktiken, die aber zu aleatorischen Methoden erweitert wurden. Das Endergebnis stellt eine Transformation von der spröden Kölner Klanglichkeit zu einem "sinnlichen" Orgelklang dar, aus dem die gesamte Komposition abgeleitet wurde. (Karlheinz Essl, 1986)

Ausgangsmaterial: Orgelakkord C# - D# - F# - G# (volles Werk), aufgenommen an der Hradetzky-Orgel der Evangelischen Kirche Klosterneuburg
Equipment: Brühl & Kjaer Terzbandfilter, Revox Tonbandmaschinen, AKG Studiofedernhall, Soundcraft Mischpult
Realisiert im Studio für elektro-akustische und experimentelle Musik der Musikhochschule Wien, 1. bis 8. Februar 1986


"Ausgangsmaterial für Orgue de Cologne ist der Akkord C# - D# - F# - G#, den ich mit vollem Werk auf der Orgel der Evangelischen Kirche in Klosterneuburg aufgenommen hatte. Dieser wurde mit einem alten Brühl & Kjaer Terzbandfilter (ein Gerät, das in den 50er Jahren auch im Kölner WDR-Studio verwendet wurde) in 7 verschiedene Filterungen transformiert. Diese 7 verschiedenen Sounds wurden dann zufällig in verschiedene Längen geschnitten. Mit diesen Bandschnipseln bin ich dann durchs Studio [Institut für elektro-akustische Musik der Wiener Musikhochschule] gelaufen und habe Leute gebeten, Bandstückchen aus einem Hut zu ziehen, die dann in dieser zufälligen Reihenfolge zusammengeklebt wurden. Durch weitere Bandschnitte-Manipulationen und Zufallsoperationen entstand schließlich ein Stück, das diesen typischen Kölner Sound hat - deswegen auch der Titel "Orgue de Cologne". (Karlheinz Essl)

aus: ZEITTON-Portrait Karlheinz Essl, Ö1 30.09.2003
Gestaltung: Elke Tschaikner


Während seiner Residency im Atelier Klangforschung (Würzburg) sprach Karlheinz Essl über seine erste Tonband-Komposition
Orgue de Cologne, die 1986 mit einfachsten analogen Mitteln am Institut für elektroakustische Musik der Musikhochschule Wien entstanden ist.
Würzburg, 4 Feb 2014



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Updated: 12 Aug 2015